thefaceless
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« Antwort #2 am: 05. Januar 2006, 18:49:00 » |
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Nach deutschem Recht verboten, das ist richtig. Nur: Das heißt im Grunde, daß jeder, der auf seinem Rechner Video-DVD's ansehen will (von denen die meisten kopiergeschützt sind nach CSS-Standard) zwangsweise ein Betriebssystem der Firma Kleinstweich installieren muß, weil bei denen Drittanbieter, die sich ihre Software teuer bezahlen lassen, zusätzlich Lizenzgebühren abführen. Wozu nun soll jemand, der bereits für die DVD bezahlt hat, auch noch für das Abspielen dieser DVD bezahlen? Außerdem wird er auch noch gezwungen, eben eines jener Windoof-Produkte zu besorgen - kostenpflichtig. Die deutsche Rechtsprechung unterstützt in diesem Fall ganz eindeutig einen Monopolisten, dem vielfach kriminelle Machenschaften nachgewiesen sind. Es liegt hier also eindeutig eine Benachteiligung aller anderen Betriebssysteme außer Windoof vor. Für OS/2 z.B. gibt es überhaupt keine entsprechenden Codecs, auch andere gucken in die Röhre. Die libdvdcss wiederum ermöglicht nicht das Kopieren von Video-DVD's, sondern nur das Abspielen. Aufgrund dieser wichtigen Tatsache - eben abspielen ja, kopieren nein - gibt es nach meiner Kenntnis auch kein anderes Land in Europa, das die Verbreitung der libdvdcss unter Strafe stellt. Vor einigen Monaten gab es z.B. im hiesigen Zeitschriftenhandel eine DVD zu kaufen als Beilage zu einer im Ausland herausgebrachten Fachzeitschrift, auf der die libdvdcss sogar im Verzeichnis des MPlayers auf die Scheibe gepreßt war. Haben deutsche Juristen mit ihrer immensen Besserwisserei halt nicht mitbekommen:-)))
Daß Samsung gegen hiesiges Recht verstößt, könnte man auch als Beleg dafür deuten, was die Asiaten von einer solch abstrusen Gesetzes- und Rechtslage, wie sie in Deutschland herrscht, halten. Vielleicht legen die es drauf an, einen Musterprozeß zu führen, denn daß raffgierige Anwälte hier alsbald ein dickes Geschäft wittern werden, dürfte einleuchten. Ich halte es durchaus für legitim, daß es die libdvdcss gibt und sie auch fortentwickelt wird - Linux ist ein offenes, damit demokratischen Postulaten verpflichtetes Betriebssystem, eine bewußte Benachteiligung aus rein kommerziellen Gründen halte ich für illegitim, weil hier Monopole und kriminelle Machenschaften des faktischen Monopolinhabers unterstützt werden. Da die libdvdcss nicht dazu geeignet ist, Raubkopien anzufertigen, sehe ich in dieser kleinen Bibliothek nichts Verwerfliches, schließlich habe ich für die DVD, die ich abspielen möchte, schon bezahlt. Kopieren kann ich sie ja nicht.
Was natürlich weniger schön ist, ist die Tatsache, daß hier ein großer Hersteller, der eigentlich die Lizenzgebühren abführen könnte, sich einfach eines Open Source-Produktes bedient.
Was die Distri anbelangt, so habe ich noch keine Bezugsquelle. Ob das tatsächlich der GPL unterliegt, kann ich auch nicht sagen, aber ich denke, Samsung wird nicht umsonst die Distri so abgesichert haben auf der Platte. Die libdvdcss ist frei verfügbar im Internet und funktioniert mit allen gängigen Distris problemlos.
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